Die derzeit benutzbaren Spielekonsolen

BSS 01 

VEB Halbleiterwerk Frankfurt (Oder) 

Kombinat Mikroelektronik Erfurt 

 

Produktionszeitraum: 1979-1981 

Typ: Spielekonsole der 1. Generation

Initialer Verkaufspreis: 620 M  

Prozessor: - / 1-Chip Architektur AY-3-8500-7 

RAM: - 

Grafik: 312 Zeilen monochrom 

Sound: 1 interner Piezolautsprecher 

 

 

In den 1980 Jahren sollten Kinder und Jugendliche in der DDR an das Thema Mikroelektronik und Informationsverarbeitung herangeführt werden. Zu diesem Zweck wurde die BSS 01 gebaut. 

 

Durch ihren hohen Preis war die BSS 01 in der DDR meist nur in Jugendeinrichtungen anzutreffen, kaum in Privathaushalten. 

 

Das Erscheinungsbild der Konsole kann variieren (Farbe des Gehäuses, der Paddles und der Knöpfe). Dies hing von der Materialverfügbarkeit ab. Die Knöpfe wurden beispielsweise auch für Radios verwendet. 

 

Zentraler Chip ist der AY-3-8500-7 des US-amerikanischen Herstellers General Instrument. Dies ist ein Standard-Pong-Videospielchip mit vier eingebauten Spielevarianten. Es existieren noch zwei Schießspiele im Chip, welche allerdings nur nach Modifikationen an der Konsole freigeschaltet werden können. 

 

Es wurden 1000 Einheiten produziert und verkauft. 

 

Die BSS 01 ist einzige in der DDR hergestellte Spielekonsole.  

Zum Nachfolgemodell BSS 02 (mit Farbausgabe) kam es nicht mehr.  


VC 4000 

Interton-Electronic Hörgeräte GmbH (Köln) 

 

Produktionszeitraum: 1978-1983 

Typ: Spielekonsole der 2. Generation

Initialer Verkaufspreis: 398 DM 

Generation: 8-Bit 

Prozessor: Signetics 2650A @ 0,887 MHz 

RAM: 37 Byte 

Grafik: 120x200 2 Farben, 4 einfarbige Sprites 

Sound:1 Tongenerator  

Primärer Massenspeicher: ROM Module 

 

Mitte der 1970er Jahre beschloss Interton eine, von einem Mikroprozessor gesteuerte, Spielekonsole mit auswechselbaren Spielemodulen zu entwickeln. Damit setze man an die Erfahrungen mit den bereits produzierten Konsolen Interton Video 2000 und 3000 an. 

 

Besonders erwähnenswert sind die analogen (stufenlosen) Joysticks, welche dem Spieler stellenwiese, viel Feingefühl abverlangen. 

Auf die Funktionstasten können Papierschablonen, passend zum jeweiligen Spiel, aufgelegt werden. 

 

Die Konsole wurde in Deutschland und Großbritannien über Warenhäuser und Versandhandel angeboten. Kurz darauf wurde die Konsole auch in anderen westeuropäischen Ländern verfügbar. 

 

Preislich rangierte die Konsole unterhalb von Ataris VCS 2600. Mit nur 37 Spieletiteln bliebt die Konsole aber weit hinter dem US-Konkurrenten zurück. Die Spielemodule trugen keine Titelnamen, sondern waren schlicht durchnummeriert. 

 

Die VC4000 ist die einzige in West-Deutschland entwickelte, Mikroprozessor gesteuerte Spielekonsole.  


Nintendo Entertainment System 

Nintendo 

 

Produktionszeitraum: (USA) 1985-1995 

Typ: Spielekonsole der 3. Generation

Initialer Verkaufspreis: 179 USD 

Generation: 8-Bit 

Prozessor: Ricoh 2A03 (MOS 6502) 1,77 MHz 

RAM: 2 kB 

Grafik: 256x240, 25 Farben und 64 Sprites gleichzeitig 

Sound: 5-Kanal (Puls/Wellen/ Rausch + 1 Sample-Kanal) 

Primärer Massenspeicher: ROM/RAM Modul 

 

Das NES wurde bereits 1983 als „Famicom“ in Japan vorgestellt und dort bis 2003 rund 62 Millionen mal produziert und vermarktet. 

 

Das beige/rote Famicom wurde für den westlichen Markt in schlichtes Grau umgestaltet. Es war die erste Konsole Nintendos, welche weltweit angeboten wurde. 

 

Nach dem Videospielecrash 1983 wurden in den USA Stimmen laut, welche die Videospieleära für beendet erklärten. Die Käufer wanderten größtenteils zu den aufkommenden Homecomputern ab.  

 

Das NES wendete das Blatt. Durch restriktive Qualitätsrichtlinien lies Nintendo die Spieleproduktion durch Dritthersteller zwar zu, sorgte jedoch dafür, dass kein „Schund“ auf den Markt kam.  

 

Mit Spielen wie „The legend of Zelda“ kamen erstmals Spiele auf, die eine Geschichte zu erzählen hatten. Vom stupiden Geballer der ersten Tage wandelte sich der Spieler von nun an zum Abenteurer.  

Mit dem im Bundle erhältlichen „Mario Bros.“ wurde über Nacht ein kleiner, dicker Klempner mit dickem Schnurrbart aus Italien zum Weltstar.  


Mega Drive 

Sega 

 

Produktionszeitraum: 1988-1999 

Typ: Spielekonsole der 4. Generation

Verkaufspreis: 190 GBP (1990) 

Generation: 16-Bit 

CPU: Motorola 68000@7,6 MHz & Zilog Z80@3,58 MHz 

RAM: 62 kB + 64 kB VideoRAM 

Grafik: 256x240, 61 Farben, (256x480 interlaced) 

Sound: Yamaha&TI: 6-Kanal Synthesizer  

Primärer Massenspeicher: ROM/RAM Modul 

Mit dem MegaDrive (in den USA: „Genesis“) preschte Sega voran und überflügelte Nintendos NES. Nintendo konterte 1990 mit dem „Super NES“. 

 

Die 16-Bit Konsole zeichnet sich durch Spiele in hoher Geschwindigkeit und durch die Abwärtskompatibilität zum Vorgängermodell  

„Master System“ aus. Es wurden rund 31 Mio. Einheiten verkauft. 

 

Zweifelhaften Ruf brachten dem System als „brutal“ bewertete Spieletitel wie „Mortal Combat“ ein. Nintendos Spieleangebot wurde als kinderfreundlicher angesehen, während Sega auf kompetitive Titel setzte. 

 

Das MegaDrive kann mit diversen Peripheriegeräten aufgewertet werden, wie einer schnurlosen Lightgun. Mit dem „MegaModem“ standen dem Spieler anfangs 17 Online-Spiele zur Verfügung. Von 1994-1998 existierte der „Sega Channel“, eine der ersten Spiele-Onlineplattformen. 

 

„Sonic the Hedgehog“ gilt bei Sega als Äquivalent zu „Super Mario“ bei Nintendo.  


Playstation 

Sony 

 

Produktionszeitraum: 1994-2006 

Typ: Spielekonsole der 5. Generation

Initialer Verkaufspreis: 299 USD 

Generation: 16/32-Bit 

Prozessor: R3000 @ 33,9 MHz 

RAM: 2 MB + 1 MB VideoRAM 

Grafik: 512x384 (PAL) 16,7 Mio. Farben 

Sound: 24-Kanal 16-Bit  

Primärer Massenspeicher: CD 

 

Ursprünglich sollte Sony ein CD-ROM Laufwerk für Nintendos „Super NES“ entwickeln, welches den Namen „Nintendo Playstation“ tragen sollte. Als Nintendo einen Vertrag mit Philips über ein „CD-SNES“ abschloss, kündigte Sony die Kooperation und entwickelte eine eigene Spielekonsole. 

 

Mit über 100 Mio. verkauften Einheiten (in den ersten 10 Jahren) wird die erste Playstation nur von ihrer direkten Nachfolgerin, der „Playstation 2“, mit über 155 Mio. verkauften Einheiten, übertroffen. 

 

Die Playstation mischte den Spielekonsolenmarkt nachhaltig auf. Mit der CD als Speichermedium stand eine bis dahin unerreichte Kapazität zur Verfügung. Erstmals konnten längere Video- und Audiosequenzen (in „CD-Qualität“) in Spiele eingebaut werden. Daneben waren CDs deutlich günstiger in der Herstellung als die bislang verwendeten Steckmodule. 

 

Mit dem sogenannten „Mod.-Chip“ (einem illegalen Umbau) konnten auch selbstgebrannte CDs und Spiele, welche eine andere Regionalisierung als die Konsole selbst haben, benutzt werden. 

 

Playstation, Sega Saturn, Panasonic 3DO und Atari Jaguar gelten als die ersten Konsolen, welche für 3D-Spiele optimiert worden sind. 

Die Form des DualShock-Controllers hat Sony bis heute beibehalten.