Acorn
Produktionszeitraum: 1987-1989
Typ: Heimcomputer / Workstation
Initialer Verkaufspreis: 875 GBP
in aktueller Kaufkraft: ~ 3750 Euro
Generation: 16/32-Bit
Prozessor: ARM2 @ 8 MHz (hier: ARM3 @ 25 MHz)
RAM: 1 MB (max. 4 MB)
Grafik: 256 Farben, 320x256 , max. 640x512 (interlaced)
Sound: über VIDC (VIDeo Controller), 8-Stimmen, Stereo
Primärer Massenspeicher: 3,5“ Diskette (ADFS, 800 KB)
Der A310 erschien 1987 und war einer der ersten kommerziell erfolgreichen Computer mit ARM‑Prozessor. Entwickelt vom britischen Hersteller Acorn, markierte er einen radikalen Bruch mit den bis dahin dominierenden 8‑ und 16‑Bit‑Systemen. Herzstück ist der ARM2, ein 32‑Bit‑RISC‑Prozessor mit 8 MHz, der bei geringem Takt eine außergewöhnlich hohe Leistung erzielt.
Als OS kam zunächst Arthur, später RISC OS, zum Einsatz – bekannt für Schnelligkeit, koop. Multitasking und eine GUI mit Mausbedienung.
Die größte Auswirkung reicht bis heute: Aus dem ARM‑Projekt des Archimedes entstand die ARM‑Architektur, die heute Milliarden Smartphones, Tablets, Embedded‑Systeme und Einplatinencomputer antreibt. Der A310 legte damit den Grundstein für eine der wichtigsten CPU‑Familien der Gegenwart.
ARM: Früher: “Acorn RISCMachine”, aktuell: “AdvancedRISC Machines”
Commodore Inc.
Produktionszeitraum: 1987-1991
Typ: Heimcomputer
Initialer Verkaufspreis: 699 USD
Generation: 16-Bit
Prozessor: Motorola 68000 @ 7,09 MHz
RAM: 512 KB (1 MB obligatorisch)
Grafik: max. 640x512 Pixel, 64 Farben
Sound: 4x 8-Bit in 2 Stereokanäle
Primärer Massenspeicher: 3,5“ Diskette, DD, 880 KB
Der Amiga 500 wurde zum Synonym für die Amiga Produktfamilie von Commodore. Mit rund 1,8 Millionen verkauften Einheiten ist er der Bestseller. Vor allem seine grafischen Fähigkeiten, sein intuitiv bedienbares Betriebssystem sowie seine Fähigkeit zum präemptiven Multitasking waren in den späten 80er Jahren, im Homecomputersektor, unerreicht.
Seine technischen Fähigkeiten, der erschwingliche Preis und der Markenname „Commodore“ machten den 500er vor allem als Spielemaschine berühmt und auch berüchtigt: Noch nie war es so einfach, Spiele illegal kopieren zu können.
Mit dem glücklosen Nachfolger „500+“ versuchte Commodore, die Laufzeit des 500ers zu verlängern. Dies scheiterte jedoch an Kompatibilitätsproblemen.
NeXT
Produktionszeitraum: 1990-1993
Typ: Workstation
Initialer Verkaufspreis: 4995 USD
in 2024 Kaufkraft: ~ 10.800 Euro
Generation: 32-Bit
Prozessor: Motorola 68040 @ 25 MHz
RAM: 20 MB (32 MB max.)
Grafik: 1120x832 Pixel s/w + 2 Graustufen
Sound: 16-bit, 44,1 kHz
Primärer Massenspeicher: Festplatte
Nachdem Steve Jobs das von ihm mitgegründete Unternehmen Apple im Jahr 1985 verlassen musste, gründete er das Unternehmen NeXT. 1997 kaufte Apple NeXT auf und holte damit Jobs zurück ins Unternehmen.
NeXT entwickelte hochwertige Computer für den höheren Bildungssektor und die Geschäftswelt. Die NeXTstation war die kostengünstigere Variante zum großen NeXTcube und wurde “Pizzaschachtel” genannt.
Das für die Zeit sehr fortschrittliche Design, die enorme Rechenkapazität und das hochauflösende Display gelten als Markenzeichen.
Auf dem NeXTcube entwickelte Tim Berners-Lee, im Jahr 1990 am CERN (Schweiz), das World Wide Web.
Dieser Computer gilt als erster Server des WWW.
id Software, insbesondere John Carmack, nutzte eine NeXTstation Color für die Entwicklung des Ego-Shooters “DOOM”.
Apple Computer Inc.
Produktionszeitraum: 1987-1990
Typ: Heimcomputer
Initialer Verkaufspreis: 3900 USD
in aktueller Kaufkraft: ~ 9300 Euro
Generation: 16-Bit
Prozessor: Motorola 68000 @ 7.8 MHz
RAM: 1 MB (max. 4 MB)
Grafik: 512x342 monochron (72ppi)
Sound: Speaker
Primärer Massenspeicher: 20 MB Festplatte (SCSI)
Dies ist der erste Macintosh mit serienmäßig verbauter Festplatte. Die 1 steht für 1 MB RAM und die 20 für 20 MB HDD-Kapazität ab Werk.
Alternativ kann anstelle der Festplatte ein zweites Diskettenlaufwerk eingebaut werden.
Anders als beim Vorgänger (Macintosh plus) kann der Arbeitsspeicher sehr leicht mit 30-pol. SIMM-Modulen auf bis zu 4 MB aufgerüstet werden. Als Betriebssystem können die MacOS Versionen 4.0 – 7.5.5 installiert werden.
Erstmals kommt bei diesem Modell der Apple Desktop Bus (ADB) zum Einsatz, mit welchem Peripheriegeräte „in Reihe“ angeschlossen werden können, z.B. die Maus direkt an das Keyboard.
Der beim MacPlus weggelassene Lüfter wurde im SE standardmäßig verbaut und sorgt für eine deutlich längere Lebensdauer.
Es ist der erste Computer von Apple, bei welchem der Käufer sich für unterschiedliche Keyboards hatte entscheiden können.
Atari Corp.
Produktionszeitraum: 1989-1994
Typ: Heimcomputer
Initialer Verkaufspreis: 1598 DM
Generation: 16-Bit
Prozessor: Motorola 68000 @ 8 MHz
RAM: 1 MB (max. 4 MB)
Grafik: 320x200 16 Farben, max. 640x400 monochrom
Sound: 3 Kanäle + Rauschgenerator
Primärer Massenspeicher: 3,5“ Diskette (720 KB)
Atari Corp.
Produktionszeitraum: 1985-1986
Typ: Heimcomputer
Initialer Verkaufspreis: 2998 DM
(mit ext. Diskettenlaufwerk und Monochrom-Monitor)
Generation: 16-Bit
Prozessor: Motorola 68000 @ 8 MHz
RAM: 512 KB
Grafik: 320x200 16 Farben, max. 640x400 monochrom
Sound: 3 Kanäle + Rauschgenerator
Primärer Massenspeicher: 3,5“ Diskette
Im Museum aufgebaut mit dem Atari Farbmonitor SC1224
1985 gewann Atari mit dem 520ST das Rennen um den Erscheinungstermin gegen den konkurrierenden Commodore Amiga.
Jack Tramiel, Firmengründer Commodores, verließ im Streit sein altes Unternehmen und übernahm Erzrivale Atari. Er gab dem damals noch selbstständigen und finanzschwachen Unternehmen „Amiga Inc.“ einen Kredit und war sicher, dass dieser niemals zurückgezahlt werde würde. Die Technologie sollte zum Nulltarif an Atari gehen. Im letzten Moment löste Commodore den ½ Mio. Dollar Kredit bei Atari ab.
ST steht für „Sixteen/Thirtytwo“ und betrifft die Motorola 68000 CPU, welche extern mit 16 und intern mit 32 Bit arbeitet.
Die ST Reihe hat ab Werk MIDI Anschlüsse, welche den Computer bei Musikern sehr beliebt machte.
Mit einem Monochrommonitor (SM124) wird eine beinahe flimmerfreie (70Hz) Darstellung erreicht.
Der ST kann PC-formatierte Disketten lesen und schreiben.
Im Ur-520ST waren Netzteil und Diskettenlaufwerk nicht im Gehäuse integriert (vereinfachte die US Zulassung).
Der ST wird scherzhaft „Jackintosh“ genannt.
IBM
Produktionszeitraum: 1984-1987
Typ: Heim- und Arbeitscomputer
Initialer Verkaufspreis: 6000 USD
Generation: 16-Bit
Prozessor: Intel 80286 @ 6 MHz, (später: 8 MHz)
RAM: 256 KB (max. 16 MB)
Grafik: Grafikkarte notwendig
Sound: Speaker
Primärer Massenspeicher: Festplatte 20 MB
Nachdem IBM im Jahr 1981 den ersten „PC“ (5150) in Rekordzeit auf den Markt gebracht hatte, folgte 1983 die verbesserte Version (5160) namens „XT“, was für „eXtended Technology“ steht.
Während diese Systeme auf dem Intel 8088 Prozessor basieren und einen 8-Bit Bus aufweisen, startete 1984 das „AT“ System (5170).
„AT“ steht für „Advanced Technology“.
Der 16-Bit Bus wird von nun an „ISA-Bus“ genannt, was für „Industrial Standard Architecture“ steht. Retrograd wird der abwärtskompatible 8-Bit Bus ebenfalls als „ISA“ bezeichnet.
IBM setzt damit seinen Anspruch fort, in der IT-Welt der internationalen Industrie den Standard zu setzen.
Betriebssystem ist „PC-DOS 3.0“. Es ist die erste Version, welche mit Festplatten umgehen kann. Erstmals gab es auch ein vom Anwender editierbares BIOS und eine batteriegestützte Echtzeituhr.
Verglichen zu den Homecomputer-Mitbewerbern galt der teure AT als Arbeitsmaschine.
IBM Corp.
Produktionszeitraum: 1981-1987
Typ: Heim- und Arbeitscomputer
Initialer Verkaufspreis: 1565,00 USD
in aktueller Kaufkraft, 2022: ~ 4670 Euro
Generation: 8/16-Bit
Prozessor: Intel 8088 @ 4,77 MHz
RAM: 16-256 KB onboard, 640 KB max.
Darstellung: MDA, Zeichendarstellung
Sound: Speaker
Primärer Massenspeicher: 2x 5,25“ Diskette (320 KB)
1980 erkannte IBM Präsident John Opel Potenzial für einen Personal Computer.
Atari wusste um die allgemeine Schwerfälligkeit IBMs, wenn es um die Einführung neuer Systeme geht und unterbreitete das Angebot, den „PC“ für IBM entwickeln und bauen zu wollen. Schließlich
waren lang projektierte Großrechner für Großkunden bislang IBMs Domäne.
„IBM dazu zu bringen einen Personal Computer zu entwickeln ist so, als wolle man einem Elefanten Spitzentanz beibringen.“
Unter der Leitung von William Lowe entstand in nicht einmal einem Jahr das Modell 5150: Ein PC zusammengesetzt größtenteils aus frei verfügbaren Komponenten.
Im August 1981 wurde der Welt der Urahn der Rechnerfamilie vorgestellt, welche heute praktisch die Welt beherrscht.
Die leichte Erweiterbarkeit (angebl. abgeschaut bei Apple), der gute Name „IBM“, die Softwareversorgung von diversen Unternehmen (darunter Microsoft), vor allem aber IBMs Scheitern beim Versuch den PC rechtlich schützen zu lassen, führten zu seiner rasanten Verbreitung in aller Welt.
Intel
Produktionszeitraum: 1997-1999
Generation: 32-Bit
Prozessoren: P55C MMX@200 MHz, 166 MHz
RAM: 128 MB, 64 MB
Darstellung: Voodoo 1 (+ 2D), Voodoo-Rush
Sound: Sound Blaster Live!, Sound Blaster AWE 32
Primärer Massenspeicher: CompactFlash 4 GB, HDD 1 GB
Diese PCs haben zeitlebens in der Industrie Geld verdient - waren also nie in privatem Einsatz. Als sie außer Dienst gestellt wurden kamen sie direkt ins Museum.
Mitte der 1990er Jahre erschienen die ersten 3D Grafikbeschleunigerkarten für den Consumer-PC, allen voran 3dfx mit ihrem Voodoo-Chipsatz. Kombiniert mit dem Betriebssystem Microsoft Windows 98
SE und der Netzwerkverbindung untereinander stellen diese drei Rechner ein recht authentisches Bild der damaligen Zeit dar.
Die 30-Jahre-DOOM-Feier ist damit nicht zu Ende: Auch dieses Spiel findet sich, neben vielen anderen, auf diesen Rechnern wieder und kann, anders als zuvor auf den 486er Towern, nun auch zu dritt gespielt werden.
"30 Jahre DOOM"
Highscreen
CPU Marktdominanz: 1992-1995
Typ: Heim- und Arbeitscomputer
Generation: 32-Bit
Prozessor: Intel i486DX2 @ 66 MHz
RAM: 32 MB
Grafik: 2 MB VGA
Sound: ESS Ultrasound
Primärer Massenspeicher: Festplatte
OS: Windows 95
Zum 30sten Geburtstag des Egoshooters "DOOM" (id Software) wurden dieser "Big Tower" PC im Museum aufgebaut. Der Rechner ist per IPX Netzwerk mit den beiden Pentiums verbunden, was Multiplayer ermöglicht.
Apple Computer
Produktionszeitraum: 1998-2003
Typ: Heim- und Arbeitscomputer
Initialer Verkaufspreis: 1299 USD
in 2025 Kaufkraft: ~ 2338 Euro
Generation: 32-Bit
Prozessor: Motorola PowerPC G3 @ 233 MHz
RAM: 96 MB
Grafik: ATI Rage IIc (2 MB)
Sound: Stereo
Primärer Massenspeicher: Festplatte (HDD)
Mitte der 1990er Jahre war Apple in finanzieller Schieflage. Ende 1996 kaufte Apple das Unternehmen NeXT Computers auf und holte damit Steve Jobs, Mitbegründer Apples 1976 neben Steve Wozniak, zurück ins Unternehmen.
Jobs sollte zunächst nur in beratender Funktion tätig sein, übernahm jedoch schnell als CEO wieder das Ruder bei Apple.
Er restrukturierte das Unternehmen und vereinfachte die unübersichtlich gewordene Produktpalette. Damit einher kam die Einführung des iMac.
Das transluzente Design war bei Apple nicht neu, wurde aber zum Markenzeichen der G3 Familie. Am Ende hatte die G3 Familie in Summe 13 verschiedenen Designs.
Nicht nur bei der Optik ist der G3 ein Bruch mit den bisherigen Apple Produkten, auch technisch wurden viele “alte Zöpfe” abgeschnitten. So entfielen beispielsweise das Diskettenlaufwerk und der serielle Port. Auch der ADB (Apple Desktop Bus) musste USB weichen.
Mit über 6 Millionen verkauften Einheiten war der G3 ein großer Erfolg.
IBM Corp.
Produktionszeitraum: 1984-1986
Typ: Arbeitscomputer
Initialer Verkaufspreis: 4225 USD
...in aktueller Kaufkraft, 2024: ~ 11.400 Euro
Generation: 8/16-Bit
Prozessor: Intel 8088 @ 4,77 MHz
RAM: 16-256 KB onboard, 640 KB max.
Grafik: CGA monochrom
Sound: Speaker
Massenspeicher: 10 MB stoßfeste Festplatte
Nachdem Compaq 1983 den ersten IBM-PC kompatiblen tragbaren Computer herausgebracht hatte, zog IBM mit dem Modell 5155 ein Jahr später nach.
Prinzipiell handelt es sich um einen PC XT (5160) in einem tragbaren Gehäuse. „Portable“ bedeutet, dass das 15 kg schwere Gerät zwar mobil sein kann, jedoch nicht netzunabhängig betrieben werden kann. In Ermangelung von ausreichend leistungsstarken Batterien ist immer eine Steckdose erforderlich. Das integrierte Netzteil kann zwischen 110V 60Hz und 220V 50Hz umgeschaltet werden.
Die Tastatur bildet den Boden des Gehäuses und kann komplett vom Gerät getrennt werden.
Wie ein XT kann auch der 5155 mit bis zu 8 ISA-Steckkarten erweitert werden. Aufgrund der Enge im Gehäuse jedoch stellenweise nur mit Steckkarten kurzer Baulänge.
Trotz der spürbaren Wärmeentwicklung galt das Gerät damals als sehr robust.
Das Yesterchips Museum ist Mitglied der Museumsstraße Odenwald-Bergstraße e.V.
Das im hessischen Odenwald gelegene Dorf Haingrund, in der Gemeinde Lützelbach, bietet neben dem Yesterchips Heimcomputer- und Spielekonsolemuseum noch mehr. Etwa die zum Wandern einladende
Windlücke, mit dem Rundwanderweg HG1 und tollen Fernsichten, oder den Limesradweg, das Römerkastell und dazu gehörende Turmstellen, oder auch unser Wasserspielplatz im Talweg.
Weitere Infos: Homepage von Haingrund.